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Christian Fischer
 
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Die Fee vom Falkenstein
(Ein Waldmärchen)

Nadine, die in die erste Klasse geht, wächst langsam aus ihren Kinderschuhen heraus. Umso mehr ist sie überrascht, als eines Tages über ihrem Bettchen die Fee Schnuppe erscheint und sie in ihre Wunschhöhle einlädt.

Mit ihrem Vater Christian, der Nadines seltsame Begegnung zunächst nicht ernst nimmt, bricht sie wenige Tage später zu einer Wandertour in die dichten Urwälder des Bayerischen Waldes auf. Als sie in der Nähe des „Großen Falkensteins“ in einem Zelt die Nacht verbringen, erscheint Schnuppe erneut und nimmt sie mit Glühbi, dem fliegenden Riesenglühwürmchen, auf eine faszinierende Reise ins Land der Träume und Wälder mit. Das Feenvolk ist in größter Gefahr, da es von den bösen Traumräubern und ihrer Anführerin, der Spinne Xerxes, bedroht wird.

Nadine und Christian erhalten einen gefährlichen Auftrag. Wird es ihnen gelingen, das Feenvolk zu retten?

Ein packendes Abenteuer über Liebe, Vertrauen, Freundschaft und faszinierende Traumwesen.


erschienen im HePeLo-Verlag
ISBN: 978-3-9811254-5-0
112 Seiten, gebunden,
fester Einband, illustriert

Bezug:
Amazon.de
HePeLo-Verlag Riedlhütte

illustration

Leseprobe:

Die Luft hatteDie Fee vom Falkenstein sich abgekühlt. Die Sonne war hinter den Bergen verschwunden. Beide saßen am Lagerfeuer vor dem Zelt im dichten Gras. Sie redeten über Allerlei. Nadine wollte diese und jene Geschichte hören. Sie war aufmerksam im Schein der Flammen. Von Zeit zu Zeit knisterte das Holz ihrer kleinen Feuerstelle und es tanzten glühende Funken in den Nachthimmel. Nach einer Weile stellte sie eine außergewöhnliche Frage.

„Wenn man später mal sterben muss Paps, kommt man dann da oben hin?“
Nadine sah zu den funkelnden Sternen hoch, die zu tausenden über ihnen blitzten, wie Diamanten so hell und so klar.

„Ganz bestimmt mein Schatz. Vor allem, wenn man ein guter Mensch gewesen ist.“

„Und wenn man nicht immer so brav war?“, fragte sie besorgt.
Nadines Blicke wanderten erneut himmelwärts. Über ihnen befand sich der „große Wagen“. Ihr Onkel Markus, der bei der Marine gewesen war, hatte ihr dieses Sternenbild gezeigt.
Das schräge Viereck des Wagens und die Deichsel. Knapp über dem mittleren Stern der Deichsel befindet sich noch ein kleiner, schwach leuchtender Stern, hatte er damals zu ihr gesagt. Das ist das „kleine Reiterlein“. Nadine fand diesen Vergleich sehr komisch.

„Je mehr Gutes die Menschen in ihrem Leben getan haben, umso heller ist der Stern, von dem sie später auf die Erde herunter blicken.“, fuhr Christian fort. „Menschen handeln im Leben oft sehr falsch, tun schreckliche Sachen. Wenn sie aber bereuen, was sie getan haben, bekommen sie trotzdem einen Platz dort oben. Da bin ich mir sicher! Der Stern, auf dem sie sitzen wird vielleicht nicht ganz so hell strahlen, aber sie werden ihren eigenen Stern bekommen.“

Nadine schien mit dieser Erklärung zufrieden zu sein. Nur eine Frage beschäftigte sie noch.
„Und ich Paps?“

„Dein Stern ist noch weit, weit weg. Wenn er eines Tages auf dich wartet, wird er der hellste von allen sein. Er wird so sehr strahlen, dass du mir von deinem Licht noch etwas abgeben kannst. Genau so wie es jetzt schon ist. Du bringst Licht in mein Leben und erhellst meine Tage. Für mich bist du die gute Fee. Du verzauberst mich und machst mich hell im Herzen.“
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„Paps, bist du das? Paps, hörst du mich? Bitte antworte!“

Von weitem hörte Christian eine Stimme. Sie war ihm sehr vertraut, da er sie schon oft gehört hatte. Es war …Nadine! Was war hier los? Träumte er, oder war er wach?

„Paps!“

Noch einen kurzen Augenblick überlegte Christian, ob er sich nun in einem Traum befand, oder ob das alles Wirklichkeit war…dann wurde dieser Gedanke losgelassen und er ließ sich treiben. Er hatte in früheren Träumen folgende Erfahrung gemacht:
Wenn es dir bewusst wird, dass du träumst und du versuchst, darüber nachzudenken, wachst du auf. Möchtest du an einem Traum krampfhaft festhalten, oder ihn unbedingt zu Ende träumen, so wirst du noch schneller wach.
Diesen Fehler wollte er auf keinen Fall begehen. Noch immer die Augen fest geschlossen, antwortete er mit unsicherer Stimme. „Ja,…ja, ich höre dich.“

„Paps, gib mir deine Hand.“

Christian ließ sich weiter treiben, geradezu fallen… Er versuchte nicht, die Augen zu öffnen. Er erinnerte sich an Nadines Worte und vertraute ihr. Entspannung! Deutlicher formte sich nun eine Art von Bild in seinem Geiste. Noch immer hatte er die Augen fest geschlossen. Er ließ sich fallen,… immer weiter und weiter,… schemenhafte Umrisse wurden jetzt sichtbar,… und weiter, weiter,… Formen und Farben,… und weiter,… er nahm Gerüche und Düfte wahr,… weiter, weiter,… er glaubte eine kleine Gestalt vor sich zu sehen,… ruhiger, tiefer, weiter,… er meinte die Person zu erkennen,… weiter,…seine Tochter! Ja, jetzt sah er Nadine ganz deutlich. Es war ein klares Bild vor seinen Augen. Tatsächlich! Seine Tochter. Sie stand leibhaftig vor ihm. Voller Freude strahlte sie ihn an und hielt ihm ihre kleine Hand entgegen.

„Paps, du hast es geschafft. Du hast es wirklich geschafft. Ich bin so stolz auf dich!“

Was Christian da erlebte, war kaum zu fassen. Unglaublich! Er war innerlich so aufgewühlt, wie nie zuvor. Das konnte doch alles gar nicht sein. Unsicher sah er sich um und erblickte vor sich die gewohnte Umgebung und…die Hand seiner Tochter. Sie streckte sie ihm immer noch entgegen. Er nahm sie…und ja,… ja, er spürte sie tatsächlich auch. Es war wirklich wahr!
Noch nie hatte ihn ein Händedruck so tief berührt.

„Paps, du hast den kleinen Jungen in dir gefunden,…und dieser hat dir den Weg zu mir ermöglicht. Jetzt siehst auch du mit dem Herzen. Um die Dinge zu verstehen, müssen deine Augen nicht geöffnet sein. Dein Herz versteht mehr, als du denkst. Um einen Freund zu erkennen, müssen deine Augen auch nicht geöffnet sein. Du erkennst ihn ebenfalls mit dem Herzen. Jetzt weißt du, was es heißt, blind zu vertrauen. Ich bin ein Kind und mir fällt blindes Vertrauen noch leicht. Dir Paps, vertraue ich blind! Und du hast es auch geschafft, mir blind zu vertrauen. Du hast deinen Geist geöffnet und dabei deine verlorenen Träume und dein blindes Vertrauen wieder gefunden. Du hast dich fallen lassen und jetzt bist du hier bei mir. Jetzt, Paps, siehst auch du mit dem Herzen.“

Es war wirklich wahr! Christian erlebte einen Traum als Realität. Nicht nur in seinen Gedanken. Nein! Mit allen Sinnen. Und das Schönste war, er erlebte diesen reellen Traum gemeinsam mit seiner Tochter. Wie war das nur möglich? Ein Geschenk des Himmels!
Waren Märchen wirklich wahr?

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